Kakao zum Schutz des Masoala-Nationalparks.

Madagaskar ist für erstklassige Vanille bekannt. Doch auch andere edle Pflanzensorten haben dort eine Zukunft. Ein Mischanbau mit speziellen Edelkakaosorten soll Umwelt und Menschen auf Madagaskar neue Perspektiven eröffnen. 

Armut bedroht den Artenreichtum.

Aufgrund seiner isolierten Lage im Indischen Ozean konnte sich auf Madagaskar eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln. Viele der Arten kommen nur auf dieser Insel vor. Doch diese einzigartige Biodiversität ist durch die Abholzung des Regenwaldes stark bedroht. Der Raubbau an der Natur ist Folge grosser Armut und geringer Ausbildung der lokalen Bevölkerung. Wirtschaftliche Perspektiven für die Bewohner Madagaskars sind gefragt. 

Mehr Kakao für weniger Risiko.

Im Gebiet rund um den Masoala-Nationalpark wird derzeit kaum Kakao angebaut. Die Kleinbauern setzen zumeist auf Vanille oder Gewürznelken, überwiegend aus Monokulturen. Diese Pflanzen lassen sich nur einmal im Jahr ernten und die Abnahmepreise schwanken sehr stark; die Einnahmen müssen für den Rest des Jahres ausreichen. Deshalb stellen sie ein grosses Risiko für die Kleinbauern dar, sollten die Preise oder Erntemengen niedrig ausfallen. 

Das 2018 von HALBA und der Wildlife Conservation Society (WCS) gestartete Projekt MaMaBay fördert den Anbau von nachhaltigen Mischkulturen und Edelkakao in der Region um den Masoala-Nationalpark. Die Bauern werden animiert, die verschiedenen Nutzpflanzen wie Vanille und Gewürznelken zusammen mit Edelkakao- und Edelholzbäumen anzubauen. In diesem ausgewogenen Mischanbau, bekannt als Dynamischer Agroforst, wächst der Kakao, aber auch die Vanille im feucht-schattigen Unterholz. Die Voraussetzungen dort sind ideal: Diese Pflanzen gedeihen besser, liefern mehr Früchte und sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Wetterextremen. 

Weitere Projektziele.

Die Arbeit von MaMaBay ist ambitioniert: Bis 2022 sollen 21 lokal ansässige Bauern zu Trainern ausgebildet werden. Diese sollen 200 Kleinbauern betreuen und coachen. Zudem sollen in dieser Zeit insgesamt 90 Hektaren Mono- in Mischkultur umgewandelt werden. Teile des Projektes sind ausserdem der Aufbau ausreichender Kakaofermentierungs- und Trocknungskapazitäten in der Region um den Masoala-Nationalpark sowie einer Lieferkette, über welche die Kleinbauern ihren Kakao vertreiben können.